Milo Rau im Gespräch mit Achille Mbembe
The Paranoia of the Western Mind
Diskussion
Warum ist es so schwierig, einen außereuropäischen Universalismus anzuerkennen?


17.10., 18:00

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Englisch

Credits

In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’20

Die Diskussion ist Teil von School of Resistance, einer Koproduktion von NTGent, dem IIPM und der Akademie der Künste, Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und der Schweizerischen Botschaft in Österreich

(Die Paranoia des abendländischen Geistes)

Achille Mbembe, einer der wichtigsten afrikanischen Denker unserer Zeit, ist seit diesem Frühling im deutschsprachigen Raum vor allem wegen eines Skandal bekannt. Nach einem Vergleich der israelischen Besatzungspolitik mit der südafrikanischen Apartheid wurde er von der Ruhrtriennale ausgeladen. Danach begann eine komplexe Debatte. Wieder einmal traf die sogenannte postkoloniale Perspektive, die alle Arten politischer und insbesondere kolonialer Gewalt im Laufe der Geschichte vergleicht, auf den moralischen Imperativ der „Unvergleichbarkeit“ all dessen, was mit dem innereuropäischen Völkermord des Holocausts zusammenhängt. Auch wenn die Schriften von Mbembe falsch gelesen wurden: je länger die Debatte dauerte, desto unvereinbarer wurden beide Perspektiven. Was steckt hinter der offensichtlichen Unmöglichkeit, einen außereuropäischen Komparativismus oder gar Universalismus anzuerkennen? Was sind die historischen, politischen und aktuellen Quellen dieser Paranoia? Ausgehend von diesen Fragen wird sich die Diskussion auf Mbembes intellektuelle Arbeit über Staatlichkeit, Gewalt, Tod, Sklaverei, Kapital, Sexualität, Urbanität und politische Ökonomien der Brutalität konzentrieren, die durch Rasse, Rassismus und Kolonialismus imaginiert und objektiviert werden.

Bio

Milo Rau (1977, Bern, Schweiz) ist Theaterregisseur, Journalist, Essayist und Dozent. In seiner Arbeit als Regisseur und Kolumnist thematisiert und rekonstruiert er Schlüsselmomente der jüngeren Geschichte und widmet sich deren kontroversesten Fragen mit einer originellen Form des dokumentarischen Theaters. Er lebt in Gent.

Achille Mbembe (1957, Otélé, Kamerun), ist Philosoph, politischer Theoretiker und öffentlicher Intellektueller. Er ist einer der wichtigsten lebenden Autoren, wenn es um die Nachwirkungen des Kolonialismus geht. Um die Verwaltung von Tod und Zerstörung zu beschreiben, die mit kolonialer Dominanz und Völkermord einhergehen, prägte er den Begriff der „Nekropolitik“. Er lebt in Johannesburg.

Credits

In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’20

Die Diskussion ist Teil von School of Resistance, einer Koproduktion von NTGent, dem IIPM und der Akademie der Künste, Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und der Schweizerischen Botschaft in Österreich

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